
Französischen Rappern, die in ihren Texten schon seit Jahren über das Elend in der Banlieue berichten, droht möglicherweise strafrechtliche Verfolgung wegen Anstiftung zur Gewalt. Einen entsprechden Aufruf an den Justizminister unterzeichneten rund 200 Abgeordnete.
Paris – Nach den Krawallen in den Pariser Vororten haben rund zweihundert französische Parlamentarier den Justizminister Pascal Clément aufgefordert, Rap-Musiker wegen Gewaltaufrufen in ihren Songtexten strafechtlich verfolgen zu lassen. Die Texte von sieben Rappern und Bands hätten mit zu der Gewalt in den Vorstädten beigetragen, sagte der lothringische Abgeordnete François Grosdidier von der bürgerlichen UMP am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.
Jugendliche seien durch die Rap-Texte nicht nur “konditioniert”, sondern auch dazu verleitet worden, “zur Tat zu schreiten”. Grosdidier sagte: “Sexismus, Rassismus und Antisemitismus sind in gesungenen Texten nicht akzeptabler als in gesprochenen oder geschriebenen Texten.”
Nach den Angaben des UMP-Politikers riefen Monsieur R, die Sänger Smala, Fabe und Salif sowie die Bands Lunatic, 113 und Ministère Amer “zu Hass und zu Rassismus” auf. Die Liste dieser Musiker und die Forderung, sie zu bestrafen, wurde von 152 konservativen Abgeordneten in der Nationalversammlung sowie 51 konservativen Senatoren unterzeichnet. In Frankreich kann der Justizminister die Staatsanwaltschaft anweisen, Ermittlungen aufzunehmen.
Spiegel Online: Rappern droht Strafverfolgung
Spiegel Online: Monsieur G. und die bösen Rapper
